Nicht selten erklärt der Unterhaltspflichtige nach der rechtskräftigen Scheidung dem Ehepartner: Unterhalt zahle ich nicht, du musst dich jetzt selbst versorgen. Grundsätzlich ist dieses nach der Unterhaltsreform 2008 zutreffend, dass beide Ehepartner ihre Existenzgrundlage nun selbst sichern müssen. Bei einer langjährigen Ehe ist es jedoch so, dass die Eheleute bewusst oder unbewusst eine gewisse Rollenverteilung während der Ehe gelebt haben und jeder dadurch eventuell Wege eingeschlagen hat, die am Ende einer solch langen Beziehung berücksichtigt werden müssen. Der Bundestag hat daher in die Regelung des nachehelichen Unterhaltes am 01.03.2013 ausdrücklich aufgenommen, dass beim Unterhalt nach Rechtskraft der Scheidung auch die Dauer der Ehe berücksichtigt werden muss. Der Zeitraum der Dauer der Ehe wird festgelegt von der Heirat bis zur Zustellung des Scheidungsantrags. Ab Rechtskraft der Scheidung ist dann für einen Übergangszeitraum Unterhalt nach den ehelichen Verhältnissen zu zahlen, um dem unterhaltsberechtigten Ehepartner die Erlangung einer selbstständigen finanziellen Basis zu ermöglichen. Nach dieser Übergangsphase über ein Drittel oder ein Viertel der Dauer der Ehe richtet sich der weitere nacheheliche Unterhalt danach, ob der Unterhaltsberechtigte hier ehebedingte Nachteile erlitten hat und eventuell aufgrund der Dauer der Ehe aus Billigkeitsgründen noch einen Anspruch hat.